Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289 f HGB

Vorstand und Aufsichtsrat geben die Erklärung zur Unternehmensführung (nachstehend auch „EzU“) für die TAG Immobilien AG (nachstehend auch „TAG“) und zugleich für den TAG Immobilien AG-Konzern (nachstehend auch „Konzern“ oder „TAG Gruppe“) gemäß §§ 289 f und 315 d HGB unter Berücksichtigung der Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodexes vom 16. Dezember 2019 in der Bekanntmachung vom 20. März 2020 ab:

 

I. Entsprechenserklärung

Vorstand und Aufsichtsrat der TAG haben gemäß § 161 Abs. 1 die nachfolgende Erklärung abgegeben, die in der Aufsichtsratssitzung der TAG am 11. Dezember 2020 gemeinsam verabschiedet wurde:

Entsprechenserklärung des Vorstandes und des Aufsichtsrates nach § 161 AktG

Vorstand und Aufsichtsrat der TAG Immobilien AG (nachstehend auch: „Gesellschaft“) erklären gemäß § 161 AktG, dass die Gesellschaft seit der zuletzt im Dezember 2019 abgegebenen Entsprechenserklärung in folgender Weise den Empfehlungen der „Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex“ (nachfolgend auch: „DCGK“) entsprochen haben und künftig entsprechen werden. Da es seit der Entsprechenserklärung vom Dezember 2019 zu einer Neufassung des DCGK kam, wird die Erklärung in zwei Abschnitte unterteilt, die sich auf den DCGK vom 7. Februar 2017 in der Bekanntmachung vom 24. April 2017 („DCGK 2017“) und den neugefassten Kodex vom 16. Dezember 2019 in der Bekanntmachung vom 20. März 2020 („DCGK 2020“) beziehen:

A. DCGK in der Fassung vom 07. Februar 2017 („DCGK 2017“)

Seit der zuletzt abgegebenen Entsprechenserklärung vom Dezember 2019 bis zum Datum dieser Entsprechenserklärung hat die Gesellschaft den Empfehlungen mit der nachgenannten Ausnahme dem DCGK 2017 entsprochen:

Der Vorstand der Gesellschaft hat vor dem Hintergrund einer seinerzeit erfolgten Verkleinerung seit dem 1. November 2014 keinen Sprecher oder Vorsitzenden. Der Empfehlung in Ziffer 4.2.1 Satz 1 DCGK 2017 wurde nicht entsprochen. Aufsichtsrat und Vorstand waren der Auffassung, dass die Aufgaben des Vorstandes über die Geschäftsordnung und den Geschäftsverteilungsplan ausreichend detailliert und sachgerecht verteilt waren und dass das Gesamtgremium die Gesellschaft angemessen nach außen repräsentieren konnten.

B. DCGK in der Fassung vom 16. Dezember 2019 („DCGK 2020“)

Ab dem Datum dieser Entsprechenserklärung wird die Gesellschaft künftig den Empfehlungen des DCGK 2020 mit den nachgenannten Ausnahmen entsprechen:

Gemäß Empfehlung C.5 soll ein Mitglied des Aufsichtsrats, der auch dem Vorstand einer börsennotierten Gesellschaft angehört, nicht mehr als zwei Aufsichtsratsmandate und auch keinen Aufsichtsratsvorsitz in konzernexternen börsennotierten Gesellschaften wahrnehmen, um für die Wahrnehmung seiner Aufgaben genügend Zeit aufbringen zu können. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats der Gesellschaft, Herr Rolf Elgeti, überschreitet diese empfohlene maximale Anzahl an Mandaten. Herr Elgeti ist seit Ende des Geschäftsjahres 2014 Vorsitzender des Aufsichtsrats der TAG Immobilien AG. Zeitliche Engpässe durch Organstellungen in anderen Unternehmen sind seitdem zu keinem Zeitpunkt aufgetreten und werden auch für die Zukunft nicht erwartet. Kompetenz, Fachwissen und langjährige Erfahrung, auch in anderen Aufsichtsräten, sind für die TAG Immobilien AG von essentieller Bedeutung. Herrn Elgeti zeichnen diese Eigenschaften aus. Die Gesellschaft profitiert insofern von der Wahrnehmung des Amtes des Vorsitzenden des Aufsichtsrats durch ihn.

Vor seiner Tätigkeit als Vorsitzender des Aufsichtsrats war Herr Elgeti Vorstandsvorsitzender der TAG Immobilien AG. Damit wird der Empfehlung C.10 Satz 1 nicht entsprochen, wonach der Vorsitzende des Aufsichtsrats gegenüber der Gesellschaft unabhängig sein soll und dies nach der Definition in C.7 des DCGK 2020 nicht zutrifft, wenn das Mitglied des Aufsichtsrats in den zwei Jahren vor seiner Ernennung Mitglied des Vorstands der Gesellschaft war. Die Gesellschaft sieht hierin jedoch keinen Unabhängigkeitskonflikt. Seinerzeit erfolgte der Wechsel von Herrn Elgeti vom Vorstand in den Aufsichtsrat mit ausdrücklicher Unterstützung und auf Antrag der Aktionäre. Die Wahrnehmung des Mandats durch ihn wird vor dem Hintergrund der Wahrung weiterer Kontinuität der Gesellschaft vielmehr als wertvoll erachtet.

Hamburg, im Dezember 2020
Vorstand und Aufsichtsrat der TAG Immobilien AG

 

Die Entsprechenserklärung wurde am 18. Dezember 2020 auf der Webseite der Gesellschaft unter https://www.tag-ag.com/investor-relations/corporate-governance/entsprechenserklaerung/ veröffentlicht. Die in den vergangenen fünf Jahren abgegebenen Entsprechenserklärungen sind dort ebenfalls dauerhaft zugänglich.

 

II. Angaben zur Unternehmensführung

Die Führung der TAG als börsennotierte deutsche Aktiengesellschaft sowie des Konzerns wird in erster Linie durch das Aktiengesetz sowie die einschlägigen Börsenregelungen über den Regulierten Markt der Börse in Frankfurt am Main und daneben durch die Vorgaben des Deutschen Corporate Governance Kodexes (nachstehend auch „DCGK“) in seiner jeweils aktuellen Fassung bestimmt. Die Einhaltung der relevanten gesetzlichen regulatorischen Vorgaben und Normen für die TAG und den Konzern sind von zentraler Bedeutung und Grundlagen für ein erfolgreiches Handeln und eine nachhaltige Wertschöpfung der Unternehmensgruppe.

1. Compliance-Management-System

Zur Sicherstellung der Einhaltung der gesetzlichen und regulatorischen Vorgaben hat der Vorstand der TAG ein konzernweites Compliance-Management-System installiert. Durch das Compliance-Management-System (nachstehend auch „CMS“) sollen Rechts- und Regelverstöße systematisch und dauerhaft vermieden werden. Es ist zentraler Bestandteil der Corporate Governance der TAG Gruppe.

Das CMS umfasst Vorgaben für die Unternehmensführung und alle geschäftlichen Aktivitäten, die im Konzern erbracht werden. In Ergänzung der bestehenden gesetzlichen Anforderungen hat die TAG darüberhinausgehend interne Geschäftsgrundsätze erlassen, die zu einem redlichen und ethisch korrekten Verhalten sowie verantwortungsbewusstem Handeln gegenüber Kunden, Geschäftspartnern und Mitarbeitern anhalten sollen.

Im Geschäftsjahr 2020 hat die TAG eine Reihe von Richtlinien erlassen, die die Geschäftsgrundsätze aktualisieren und weiter konkretisieren. Dabei handelt es sich insbesondere um die

  • TAG Anti-Diskriminierungsrichtlinie,
  • TAG Anti-Korruptionsrichtlinie,
  • TAG Beschaffungsrichtlinie,
  • TAG Sozialrichtlinie und die
  • TAG Umweltrichtlinie.

Geschäftsgrundsätze und Richtlinien sind für alle Mitarbeiter des Konzerns bindend.

Das CMS wird laufend weiterentwickelt. Regelmäßig werden Mitarbeiter im Bereich der Compliance geschult. Die genannten Regelungen, Richtlinien und weiteren Bestandteile   des CMS sind allen Mitarbeitern über das TAG Intranet zugänglich. Die Vantage Development SA aus Wroclaw verfügt über ein eigenes CMS, das inhaltlich den Vorgaben der TAG entspricht. 

Zur weiteren Stärkung der Corporate Governance hat der Vorstand der TAG im Jahre 2019 einen Geschäftspartner-Kodex verabschiedet, der den Rechtsverhältnissen zu Dritten zugrunde liegt und sicherstellen soll, dass auch bei den Vertragspartnern die allgemeinen Grundsätze einer guten Compliance eingehalten werden. Schließlich verfügt die TAG über ein Hinweisgebersystem, über das Mitarbeiter – auch anonym – Hinweise auf mögliche gesetzliche Verstöße oder die Nichtbeachtung des internen Regelwerks an eine externe Stelle oder auch direkt an das Compliance-Office der TAG geben können.

2. Risikomanagement

Das Risikomanagement der TAG und des Konzerns ist integraler Bestandteil der allgemeinen Geschäftstätigkeit der TAG. Die TAG verfügt über ein auf die unternehmensspezifischen Anforderungen zugeschnittenes Risikomanagementsystem, das als Überwachungsinstrument implementiert ist und das jederzeit in der Unternehmenssteuerung Berücksichtigung findet.

Etwaige Risiken werden regelmäßig erhoben und ausgewertet, so dass Bedrohungen aus diesen Risiken rechtzeitig erkannt und geeignete Gegenmaßnahmen ergriffen werden können. Das Risikomanagement wird regelmäßig im Rahmen der Prüfung des Jahresabschlusses der TAG vom Abschlussprüfer geprüft und ist Gegenstand der Beratungen im Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats der TAG.

3. Nachhaltigkeit

Die TAG sieht sich einer nachhaltigen Wertschöpfung verpflichtet. Aus diesem Grunde werden in den Entscheidungsprozessen ökonomische, ökologische und soziale Aspekte ausgewogen berücksichtigt. Neben der langfristigen Wertsteigerung für die Aktionäre (Shareholder Value) schafft die TAG gleichzeitig Werte für die sonstigen Beteiligten (Stakeholder).

Die TAG veröffentlicht regelmäßig Nachhaltigkeitsberichte. Der aktuelle Bericht gibt einen umfassenden Einblick in die Nachhaltigkeitsstrategie und dokumentiert diese umfassend und transparent. Der Bericht ist auf der Webseite der Gesellschaft unter https://www.tag-ag.com/nachhaltigkeit/nachhaltigkeitsberichte/ verfügbar.

 

III. Arbeitsweise des Vorstands und Aufsichtsrats, Zusammensetzung und Besetzung der Gremien

Die Arbeitsweise von Vorstand und Aufsichtsrat ist durch das im Deutschen Aktienrecht geltende so genannte „Duale Führungssystem“ geprägt. Daher besteht eine strikte personelle Trennung zwischen dem Vorstand als Leitungsorgan der Gesellschaft und dem Aufsichtsrat als Überwachungsorgan. Allerdings arbeiten Vorstand und Aufsichtsrat im Unternehmensinteresse eng zusammen.

1. Vorstand

Der Vorstand leitet das Unternehmen in eigener Verantwortung und ist dabei dem Ziel einer nachhaltigen Wertschöpfung verpflichtet. Nach dem aktienrechtlichen Grundsatz der Gesamtverantwortung tragen die einzelnen Mitglieder des Vorstandes gemeinsam die Verantwortung für die gesamte Unternehmensführung und Strategie. Die Strategie wird in Abstimmung mit dem Aufsichtsrat festgelegt. Grundsätze und Einzelheiten der Zusammenarbeit zwischen dem Vorstand der TAG und dem Aufsichtsrat sind in der Geschäftsordnung für den Vorstand dokumentiert. Aus der Geschäftsordnung und der Geschäftsverteilung ergeben sich die Ressortzuständigkeiten der einzelnen Vorstandsmitglieder sowie die dem Gesamtvorstand vorbehaltenen Angelegenheiten. Rechtsgeschäfte und Entscheidungen, die der Zustimmung des Aufsichtsrats bedürfen, sind in der Geschäftsordnung festgelegt.

Die Altersbegrenzung für den Vorstand liegt bei 67 Jahren.

Zu den Aufgaben des Vorstands gehört es, den Aufsichtsrat regelmäßig, zeitnah und umfassend über alle wesentlichen Aspekte der Geschäftsentwicklung, über bedeutende Geschäftsvorfälle sowie über die aktuelle Ertragssituation einschließlich der Risikolage und des Risikomanagements zu informieren. Diese Information erfolgt regelmäßig im Rahmen der Aufsichtsratssitzungen, von denen mindestens vier pro Jahr stattfinden. Daneben wird der Aufsichtsrat regelmäßig und monatlich über die Geschäftsentwicklung in Kenntnis gesetzt und bei besonderen Anlässen mit dem Vorsitzenden des Aufsichtsrats direkt kommuniziert. Über die Geschäftsentwicklung, über die Zusammenarbeit mit dem Aufsichtsrat und über die Entscheidungen, die der Aufsichtsrat getroffen hat, wird regelmäßig im Rahmen des Jahresabschlusses und dem dort veröffentlichten Bericht des Aufsichtsrats und Lageberichts der Gesellschaft berichtet. 

2. Zusammensetzung des Vorstands und Nachfolgeplanung

Zur aktuellen Besetzung des Vorstandes, der derzeit aus drei Mitgliedern besteht, wird auf die Darstellung der Homepage der TAG unter: https://www.tag-ag.com/ueber-die-tag/vorstand/ verwiesen.

Die Zusammensetzung des Vorstands orientiert sich am Unternehmensinteresse und soll eine effektive und nachhaltige Leitung der TAG und des Konzerns sicherstellen. Im Falle einer Erstbestellung erfolgt diese längstens für drei Jahre.

Aufsichtsrat und Vorstand stellen eine langfristige Nachfolgeplanung für den Vorstand sicher. Diese wird insbesondere durch den Personalausschuss des Aufsichtsrats vorbereitet. Dabei werden die Anforderungen des Aktiengesetzes, des DCGK sowie den Zielgrößen für den Anteil der Frauen im Vorstand, weitere Anforderungen an die Persönlichkeiten und Kriterien der Diversität, wie die Persönlichkeit der Kandidaten, deren Sachkenntnis und Erfahrung, der Bildungs- und Berufshintergrund sowie Alter und Geschlecht und die Grundsätze der Nichtdiskriminierung berücksichtigt. Entsprechend erarbeitet der Personalausschuss ein Anforderungsprofil für die jeweils zu besetzende Position, um mit etwaigen Kandidaten in strukturierte Gespräche eintreten zu können. Anschließend unterbreitet der Personalausschuss dem Aufsichtsrat eine Empfehlung zum weiteren Auswahlverfahren oder bereits zur Beschlussfassung. Bei Bedarf können sich der Personalausschuss und der Aufsichtsrat bei der Erarbeitung der Anforderungsprofile und Auswahl der Kandidaten durch externe Berater unterstützen lassen.

3. Aufsichtsrat und Ausschüsse

Der Aufsichtsrat als oberstes Organ der Gesellschaft bestellt und entlässt die Mitglieder des Vorstands. Er beschließt auf Grund eines Vorschlags des Personalausschusses das Vergütungssystem für die Vorstandsmitglieder und stellt die jährliche Gesamtvergütung einschließlich der am Erfolg des Unternehmens orientierten variablen Vergütungsbestandteile und die auf das einzelne Vorstandsmitglied entfallende Vergütung fest.

Der Aufsichtsrat wird regelmäßig über die laufende Geschäftstätigkeit, insbesondere über etwaige Risiken, unterrichtet. Diese Unterrichtung findet zum einen mindestens vier Mal jährlich in Präsenzsitzungen und auf Grundlage schriftlicher Vorlagen statt. Zum anderen erhält jedes Aufsichtsratsmitglied jeweils monatlich einen Bericht über die aktuelle Geschäftsentwicklung. Die Abstimmung zwischen dem Vorsitzenden des Aufsichtsrats und dem Vorstand erfolgt laufend.

Der Aufsichtsrat hat darüber hinaus Ausschüsse gebildet. Von wesentlicher Bedeutung ist der Prüfungsausschuss, der regelmäßig die Aufstellung des Jahresabschlusses und dessen Prüfung begleitet und sich daneben insbesondere mit dem Risikomanagementsystem einschließlich der Compliance befasst. Der Personalausschuss, der die Personalentscheidungen für den Aufsichtsrat vorbereitet und auch die Aufgaben eines Nominierungsausschusses wahrnimmt, tritt nach Bedarf zusammen. Die Überarbeitung des Vorstandsvergütungssystems im Jahre 2020 wurde zunächst im Personalausschuss beraten. Beide Ausschüsse bereiten die Entscheidungen des gesamten Aufsichtsrates vor, ihre Arbeitsweise ist in Geschäftsordnungen geregelt.

Der Aufsichtsrat ist nach der Satzung mit sechs Mitgliedern besetzt, vier Mitglieder werden durch die Anteilseigner gewählt, zwei Mandate werden durch die von den Arbeitnehmern gewählten Vertreter wahrgenommen. Es gilt insoweit das Gesetz über die Drittelbeteiligung der Arbeitnehmer im Aufsichtsrat.

Die Besetzung des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse stellt sich wie folgt dar:

  Aufsichtsrat Prüfungsausschuss Personalausschuss
Rolf Elgeti Vorsitzender Mitglied Vorsitzender
Lothar Lanz Stellv. Vorsitzender Vorsitzender Mitglied
Prof. Dr. Kristin Wellner Mitglied Mitglied ab 08.09.2020 ./.
Dr. Philipp K. Wagner Mitglied ./. Mitglied
Harald Kintzel (bis 22.05.2020, ab 21.08.2020) Mitglied Mitglied bis 22.05.2020 ./.
Marco Schellenberg (bis 22.05.2020) Mitglied ./. ./.
Katja Gehrmann (ab 21.08.2020) Mitglied ./. ./.

Ergänzend wird zur jeweils aktuellen Besetzung des Aufsichtsrats auf die Darstellung der Homepage der TAG unter: https://www.tag-ag.com/ueber-die-tag/aufsichtsrat/ verwiesen.

Nach Einschätzung des Aufsichtsrats sind alle Mitglieder des Aufsichtsrats als „unabhängig“ im Sinne von Ziffer C. 7 DCGK anzusehen.

Herr Elgeti war zwar in den Jahren 2009 bis Oktober 2014 Vorsitzender des Vorstands der TAG Immobilien AG, ist aber im November 2014 auf Antrag der Aktionäre und ausdrücklichen Wunsch der Mehrheit der Aktionäre in den Aufsichtsrat gewählt worden. Die Gesellschaft sieht hierin keinen Unabhängigkeitskonflikt. Die Wahrnehmung des Mandats durch Herrn Elgeti wird vor dem Hintergrund der Wahrung weiterer Kontinuität der Gesellschaft vielmehr als wertvoll erachtet und hat sich in den vergangenen Jahren – wie nicht zuletzt am Erfolg des Unternehmens abzulesen ist – bewährt.

Der Aufsichtsrat arbeitet auf Basis einer Geschäftsordnung, in der die Grundsätze der Zusammenarbeit des Aufsichtsrats geregelt sind. Diese wurde mit Wirkung vom 8. September 2020 aktualisiert und ist auf der Webseite der Gesellschaft unter https://www.tag-ag.com/ueber-die-tag/aufsichtsrat/geschaeftsordnung/ veröffentlicht und abrufbar.

4. Vergütung

Die Vergütung des Aufsichtsrats ist durch die Beschlüsse der Hauptversammlung vom 26. August 2011 und – vor dem Hintergrund der zwischenzeitlich eingerichteten Ausschüsse  – der Hauptversammlung vom 14. Juni 2023 und 19. Juni 2015 festgelegt worden: Aktuell erhalten die Mitglieder des Aufsichtsrats eine Jahresvergütung von EUR 20.000,00, der stellvertretende Vorsitzende des Aufsichtsrats, Herr Lothar Lanz, erhält das 1 ½-fache sowie für seinen Vorsitz im Prüfungsausschuss EUR 75.000,00, so dass er insgesamt EUR 105.000,00 p.a. erhält. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats, Herr Rolf Elgeti, erhält eine jährliche Vergütung in Höhe von EUR 175.000,00.

5. Kompetenzprofil, Diversität und Altersgrenze

Gemäß Ziffer C .1 DCGK 2020 (vormals Ziffer 5.4.1 des DCGK 2017) hat der Aufsichtsrat für das Gesamtgremium das nachfolgende Kompetenzprofil und konkrete Ziele festgelegt. Dabei werden potentielle Interessenkonflikte ebenso wie die Sicherstellung der Vielfalt („Diversität“) berücksichtigt, also insbesondere Alter, Geschlecht, Bildungs- und Berufshintergrund:

  • Jedes Mitglied des Aufsichtsrats soll über die zur ordnungsgemäßen Wahrnehmung seiner Aufgaben erforderlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und fachlichen Erfahrungen verfügen und hinreichend unabhängig sein. Jedes Aufsichtsratsmitglied achtet darauf, dass ihm für die Wahrnehmung seines Mandats genügend Zeit zur Verfügung steht. Aufsichtsratsmitglieder sollen nicht länger amtieren als bis zum Ende der Hauptversammlung, die auf Vollendung ihres 75. Lebensjahres folgt.
  • Dem Aufsichtsrat dürfen nicht mehr als zwei ehemalige Mitglieder des Vorstands der Gesellschaft angehören. Dem Aufsichtsrat sollen mindestens zwei nach seiner Einschätzung unabhängige Mitglieder angehören. Ein Aufsichtsratsmitglied ist insbesondere dann nicht als unabhängig anzusehen, wenn es in einer persönlichen oder einer geschäftlichen Beziehung zu der Gesellschaft, deren Organen, einem kontrollierenden Aktionär oder einem mit diesem verbundenen Unternehmen steht, die einen wesentlichen und nicht nur vorübergehenden Interessenkonflikt begründen kann.
  • Vorstandsmitglieder dürfen vor Ablauf von zwei Jahren nach dem Ende ihrer Bestellung nicht Mitglied des Aufsichtsrats der Gesellschaft werden, es sei denn, ihre Wahl erfolgt auf Vorschlag von Aktionären, die mehr als 25% der Stimmrechte an der Gesellschaft halten. In diesem Fall soll der Wechsel in den Aufsichtsrat eine der Hauptversammlung zu begründende Ausnahme sein.

Insgesamt werden neben den ohnehin vorausgesetzten Kenntnissen und Fähigkeiten sowie fachlichen Eigenschaften der Mitglieder des Aufsichtsrats und den durch § 100 Abs. 5 AktG vorgeschriebenen Kenntnissen auf den Gebieten der Rechnungslegung und Abschlussprüfung besondere Kenntnisse und Erfahrungen über den deutschen Immobilienmarkt, den Kapitalmarkt und über sonstige in der TAG vorliegende Geschäftsaktivitäten erwartet.

Der Aufsichtsrat hat darüber hinaus das für seine Zusammensetzung entscheidende „Kompetenzprofil“ konkretisiert und wird die folgenden Kompetenzen bei der Zusammensetzung und Auswahl künftiger Kandidaten wie folgt berücksichtigen:

Finanzkompetenz Immobilienkompetenz Kontrollkompetenz
Rechnungslegung Fachliche Qualifikation Branchenerfahrung
Finanzkennzahlen Branchen-/Produktkenntnis Risikomanagement
Liquiditätsplanung M&A-Erfahrung Compliance
Abschlussprüfung Strategische Steuerung Corporate Governance

Aktuell erfüllen die Mitglieder des Aufsichtsrats die genannten Kriterien und decken daneben diese Kompetenzen ab.

Ungeachtet der im Jahre 2015 in Kraft getretenen gesetzlichen Vorgabe zur Stärkung des Frauenanteils in Führungspositionen wurde bereits in den Jahren zuvor auf eine angemessene Beteiligung von Frauen in der gesamten Unternehmensgruppe geachtet. Für den Vorstand hat der Aufsichtsrat eine Frauenquote von mindestens 33% festgelegt, die schon seit Jahren erfüllt wird. Der Aufsichtsrat war und ist bestrebt, den Anteil von Frauen im Gremium zu erhöhen und strebt eine ausgewogene Geschlechterquote an. Vor den Hintergrund neuer Initiativen des Gesetzgebers hat er in seiner Sitzung vom 15. März 2021   einen Frauenanteil für den gesamten Aufsichtsrat von mindestens 30 % festgelegt. Aktuell wird dieses Ziel erreicht bzw. überschritten. Der Anteil der Frauen im Aufsichtsrat beträgt 33% in Bezug auf den gesamten Aufsichtsrat.

Insgesamt gesehen ist die Geschlechterquote in der TAG als ausgewogen zu werten. In der ersten und zweiten Führungsebene des Konzerns liegt der Frauenanteil zum 31. Dezember 2020, bei einer vom Vorstand festgelegten Frauenquote von mindestens 40%, bei rund 48% und in der gesamten Unternehmensgruppe bei rund 50%.

6. Selbstbeurteilung

Der Aufsichtsrat nimmt regelmäßig gemäß Ziffer D. 13 DCGK 2020 eine Selbstbeurteilung der Wirksamkeit und Effizienz der Arbeit im Aufsichtsrat vor. Anlassbezogen kann diese auch von Fall zu Fall erfolgen. Die Selbstbeurteilung erfolgt entweder durch Befragung der einzelnen Mitglieder durch den Vorsitzenden des Aufsichtsrats im Vorfeld einer Sitzung oder durch Übermittlung von sogenannten Selbstevaluierungsbögen zur Bewertung der Arbeit, die die Mitglieder des Gremiums dann vor den Sitzungen ausfüllen. Dabei nehmen die AR-Mitglieder insbesondere zu den Punkten Organisation des Aufsichtsrats, Informationsversorgung des Aufsichtsrats, Zusammenwirken, Auswahl und Besetzung des Aufsichtsrats sowie Unterrichtung von Anteilseignern und Dritten Stellung. Die Ergebnisse der Befragung werden dann in einer nachfolgenden Sitzung analysiert und ausgewertet. Externe Berater sind hierzu bislang nicht einbezogen worden.

Die letzte Selbstbeurteilung fand im Februar 2020 statt.

7. Diversitätskonzept

Ein gesondertes förmliches Diversitätskonzept im Sinne des § 289 f Abs. 2 Ziffer 6 HGB für die Organe der Gesellschaft hat die TAG nicht aufgestellt (§ 289 f Abs. 5 HGB). Die Gesellschaft hält die internen Festlegungen zur gleichberechtigten Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen sowie die unter Ziffer 2 und 5 genannten Diversitätskriterien für ausreichend. Daneben hat der Aufsichtsrat, wie unter Ziffer 3 dieser Erklärung beschrieben, die Ziele und Voraussetzungen sowie die für die Besetzung des Aufsichtsrats entscheidenden Kompetenzen erarbeitet und wird diese bei Auswahl neuer Kandidatinnen und Kandidaten berücksichtigen, so dass die erforderlichen Kompetenzfelder abgedeckt sind und die persönlichen Eignungen vorliegen. Vorstand und Aufsichtsrat sehen sich vielfältig und im Hinblick auf die Qualifikationen und Kompetenzen angemessen besetzt.

8. Meldepflichtige Wertpapiergeschäfte

Die Mitglieder des Aufsichtsrats und des Vorstandes sowie die zu ihnen in enger Beziehung stehende Personen sind verpflichtet, Geschäfte in Aktien oder Wertpapieren der TAG Immobilien AG oder sich darauf beziehende Finanzinstrumente unverzüglich der Gesellschaft anzuzeigen, so dass diese innerhalb der gesetzlichen Fristen diese über ein entsprechendes Finanzportal veröffentlichen kann („Director‘s Dealings“). Im Geschäftsjahr 2020 wurden, mit Ausnahme der Übertragung von Aktien aus der in Aktien zu gewährenden langfristigen Vorstandsvergütung an die drei Vorstände, keine meldepflichtigen Wertpapiergeschäfte getätigt. Der Gesamtbesitz der durch Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder gehaltenen Aktien der TAG Immobilien AG betrug zum 31. Dezember 2020 weniger als 1 % der von der Gesellschaft ausgegebenen Aktien.

9. D&O Versicherung

Die TAG hat für ihre Organmitglieder eine Organhaftpflichtversicherung („D&O Versicherung“) abgeschlossen. Diese Versicherung sieht einen Selbstbehalt von mindestens 10 % des Schadens bis mindestens zur Höhe des Eineinhalbfachen der festen jährlichen Vergütung des Vorstandsmitgliedes bzw. Aufsichtsratsmitgliedes vor. Die Verpflichtung zum Selbstbehalt für den Vorstand ergibt sich aus § 93 Abs. 2 AktG. Der Aufsichtsrat der TAG hat beschlossen, der Empfehlung des DCGK 2017 (Ziffer 3.8), einen entsprechenden Selbstbehalt vorzusehen, weiterhin Folge zu leisten, auch wenn der DCGK 2020 diese Empfehlung nicht mehr enthält.

10. Vergütungsbericht und Publizität

Der Vergütungsbericht für den Vorstand ist im Geschäftsbericht/Lagebericht 2020 enthalten und unter https://www.tag-ag.com/investor-relations/finanzberichte/geschaeftsberichte/ abrufbar.

Generell wird zur Finanzberichterstattung der TAG sowie wegen weiterer Angaben zur Corporate Governance und zu aktuellen Unternehmensmitteilungen auf die Homepage der TAG unter Corporate Governance verwiesen. (https://www.tag-ag.com/investor-relations)

Hamburg, im März 2021

Aufsichtsrat und Vorstand der
TAG Immobilien AG